Eisenbahnüberführung Ottendorfer Viadukt | Ottendorf | 2015 Eisenbahnüberführung Ottendorfer Viadukt | Ottendorf | 2015 Eisenbahnüberführung Ottendorfer Viadukt | Ottendorf | 2015 Eisenbahnüberführung Ottendorfer Viadukt | Ottendorf | 2015 Eisenbahnüberführung Ottendorfer Viadukt | Ottendorf | 2015 Eisenbahnüberführung Ottendorfer Viadukt | Ottendorf | 2015

Eisenbahnüberführung Ottendorfer Viadukt

Aufgrund des schlechten Bauzustandes der alten Gewölbebrücke Ottendorfer Viadukt wurde zum Erhalt der Streckenverfügbarkeit der Eisenbahnstrecke 6255 Riesa - Chemnitz bei km 54,450 die Erneuerung der Eisenbahnüber- führung erforderlich. Entsprechend der gestalterischen und funktionalen Vorgaben wurde der Brückenneubau als rahmenversteiftes Bogentragwerk konzipiert. Den zentralen Bereich bildet ein Stabbogen mit an Flachstahl- hängern aufgehängter Fahrbahn. Die Bögen durchdringen die Versteifungs- träger und bilden mit ihnen und den nach unten verlängerten Bogenstielen ein zusätzlich tragendes Rahmensystem.

Die Gesamtlänge der Brücke beträgt 90,95 m. Davon entfallen jeweils 16,0 m für den Überbau beidseitig des Schnittpunktes Bogen/Versteifungsträger und 58,95 m auf den Bereich zwischen dem Bogen. Die Stützweite der Bögen beträgt 74,95 m. Bei einem Bogenstich von 10,00 m bezogen auf die Fahr- bahnebene und 16,50 m bezogen auf die Bogenkämpfer ergibt sich ein Ver- hältnis Bogenstich zu Spannweite von f/L ≈ 0,17 (Bogen über der Fahrbahn) bzw. 0,22 (gesamter Bogen).

Die Bögen sowie die Rahmenstiele werden als luftdicht verschweißte Kasten- profile mit veränderlichem Querschnitt ausgeführt. Die Achse der beiden Bö- gen folgt abweichend von der klassischen Parabelform einer Spline-Funktion. Deren Form wurde im Zusammenspiel mit dem Querschnittsverlauf des Kastenprofils iterativ ermittelt. Das Ziel dieser statischen Optimierungsauf- gabe stellte neben der optischen Gefälligkeit vor allem die Maximierung der Gesamtsteifigkeit sowie die Minimierung der Verformungen dar. Als Ergebnis der Querschnittsoptimierung ergaben sich Bogenquerschnittshöhen von 1000 mm im Scheitelbereich, 800 mm am Kämpfer und ein Maximalwert von 2500 mm am Durchdringungspunkt mit dem Versteifungsträger. Die Bogenbreite beträgt im Regelbereich 800 mm und wird unterhalb der Fahr- bahn auf eine Fußpunktbreite von 1020 mm aufgeweitet. Der Durchdrin- gungspunkt zwischen Bogen und Versteifungsträger stellt das „Herzstück“ der Konstruktion dar. Die komplexe Geometrie dieses Knotenpunktes ergab sich unter Berücksichtigung des Kraftflusses, der Ergebnisse der für dieses Detail maßgebenden Nachweise und der technologischen Randbedingungen für die Werkstattfertigung in einem iterativen Prozess.

Als Hänger kamen Flachstahlprofile zum Einsatz. Die Versteifungsträger mit einer Bauhöhe von 1900 mm wurden als offene Schweißträger geplant. Der Abstand der beiden Versteifungsträger beträgt 9,90 m (Achsmaß), die Gesamtbrückenbreite zwischen den Geländern 12,35 m. Die Fahrbahn, welche als orthotrope Platte konzipiert ist, setzt sich aus Querträgern, zwischen diesen Querträgern spannenden Längsrippen (Flachstahlsteifen) und dem 18 mm dicken Fahrbahnblech zusammen.

Bogen und Fahrbahn werden im inneren Bogenbereich durch acht Hänger je Bogenebene verbunden. Die Hängerabstände betragen 6,90 m, 7 x 6,45 m und 6,90 m und entsprechen somit jeweils dem dreifachen Querträgerabstand in diesem Bereich. Zur Querstabilisierung des Bogentragwerkes erfolgte die Ausführung eines Vierendeel-Systems. Die Bögen wurden dabei mit fünf Querriegeln im Abstand von jeweils 6,45 m untereinander verbunden.

Die Stahlkonstruktion wurde aus unlegiertem Stahl S355 J2+N (DIN EN 10025-2) sowie aus Feinkornbaustahl S355 N nach DIN EN 10025-3 hergestellt.

 

http://www.d-ing.de/uploads/daten/Artikel%20Ottendorf.pdf

Projektdaten
Bauzeit2014-2015

Konstruktionstyp

rahmenversteifte Stabbogenbrücke
Spannweite90,95 m (Bogen: 74,95 m)
Breite12,35 m
Bogenstich
10,00 m
Lichte Höhe
13,50 m
Baustoffe

S355 J2+N, S355 N (Überbau)

C 30/37 (Unterbauten)

Anzahl Gleise
2

 

Beteiligte


BauherrDB Netz AG

 

Bauausführung

 

ARGE "Ottendorfer Viadukt"

(Ed. Züblin AG, Stahlbau Dessau GmbH & Co. KG,

Wilfried Keßler Erdbau- u. Abbruch GmbH)

 

AP+GP

Überbau

 

Dittmnann+Ingenieure

Bauplanung GmbH+Co. KG

Bearbeitung

Dr.-Ing. Stephan Teich

 

AP+GP

Unterbauten

 

Curbach Bösche

Ingenieurpartner